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Front Page Titles (by Subject) ACT I. - Beethoven' s Opera Fidelio. German Text, with an English Translation
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ACT I. - Ludwig van Beethoven, Beethoven’ s Opera Fidelio. German Text, with an English Translation [1805]Edition used:Beethoven’ s Opera Fidelio. German Text, with an English Translation (Boston: Oliver Ditson, 1864).
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ACT I.AUFTRITT I.—Der Hof des Staats-gefängnisses. Im Hintergrund das Hauptthor und ein hohe Wallmauer, über welche [Editor: illegible word] hervorragen. Im geschlossenen Thore selbst ist eine Pforte, die für einzelne Fussgänger geöffnet wird. Neben dem Thore das Stübchen des Pfortners. Die Coulisse den Zuschauern links, stellen die Wohngebäude der Gefangenen vor: alle Fenster sind mit Gittern und die mit Nummern bezeichneten Thüren, mit starken Riegeln versehen. In der vordersten Coulisse ist die Thüre zur Wohnung des Gefangenwärters. Rechts stehen Bäume mit eisernem Getänder eingefasst, welche, nebst einem Gartenthore, den Eingang des Schloss-gartens bezeichnen Marzellineplättet vohr ihrer Thüre Wasche;Jaquinohält sich mehr bei seiner Thüre und öffnel sie mehreren Personen welche ihm Paquete übergeben, die er in sein Stübchen trägt. SCENE I.—The Court-yard of the State Prison. In the background the principal gate: in it a wicket, with a gate to allow Foot-Passengers to pass singly. Near the gate the Lodge of the Porter. The side scene to the left of the Spectator represents the dwellings of the Prisoners. The windows have iron gratings, and the doors, which are numbered, strong bolts. In the front side scene is the door of the Turnkey’s dwelling. To the right, iron palings, which, together with a garden gate, indicate the entrance of the castle garden. Marcellinadiscovered, ironing linen before her door;Jacquinoattending diligently to his door, which he opens to different Persons, who give him parcels to take into the Lodge. Duetto.Jaq.
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Jaq.Wenn ich diese Thüre heute nicht schon zweihundert Mal geöffnet habe, so will ich nicht Caspar Eustaco Jaquino heissen. [Zu Marzelline.] Endlich kann ich doch einmal wieder plaudern. [Es wird gepocht.] Zum Wetter! schon wieder! [Er geht, um zu offnen. Mar.Was kann ich dafür, dass ich ihn nicht mehr so gerne haben kann, wie sonst? Jaq.[Zu dem der gepocht hat, indem er hastig zuschliesst.] Ich werde es besorgen, schon recht! [Vorgehend zu Marzelline.] Nun hoffe ich soll Niemand uns stören. Roh.[ruft hinter der Scene.] Jaquino! Jaquino! Mar.Hörst du! der Vater ruft. Jaq.Lassen wir ihn ein wenig warten. Also wieder auf unsere Liebe zu kommen— Mar.So geh doch! der Vater wird sich nach Fidelio erkundigen wollen. Jaq.[eifersüchtig.] Ei, freilich! da kann man nicht schnell genug seyn. Roh.[ruft weider.] Jaquino! hörst du nicht? Jaq.[schreiend.] Ich komme schon! [Zu Marzelline.] Bleib’ fein hier; in zwei Minuten sind wir wieder beisammen. [Geht ab in den Garten. Duet.Jac.
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Jac.If I have not answered that door two hundred times at least to-day, my name’s not Caspar Eustache Jacquino. [To Marcellina.] At last we are at liberty to speak freely. [Knocking.] The deuce! again so soon! [He goes to open the door. Mar.What shall I do? I cannot even love him as I used. Jac.[To the person who has knocked, and shutting the door petulently.] That will do; I will attend. [Turning towards Marcellina.] Now I hope we shall have no more disturbers. Roc.[Calling from behind.] Jacquino! Jacquino! Mar.Do you not hear? my father calls. Jac.Well, let him wait a bit, while we finish our love affairs. Mar.No, no; go! Father may be wishing to enquire after Fidelio. Jac.[Jealously.] Oh, truly! and in that case one cannot be too quick. Roc.[Calling again.] Jacquino! dost thou not hear me? Jac.[Loudly.] Coming! [To Marcellina.] Do not go now, I pray thee—in two minutes I shall be back again. [Exit into the garden. AUFTRITT II.—Marzelline,allein.Mar.Der arme Jaquino dauert mich beinahe. Aus dem Mitleiden, das ich mit Jaquino habe, merke ich erst, wei sehr gut ich Fidelio bin. Ich glaube auch, dass Fidelio mir recht gut ist, und wenn ich die Gesinnungen des Vaters wüsste, so könnte bald mein Glück vollkommen werden. SCENE II.—Marcellina,alone.Mar.I cannot but feel for poor Jacquino. From my compassion for him I learn how dearly I love Fidelio, and he equally loves me, I hope. How soon might my happiness be complete, if my father were not against our union. Aria.Mar.
Air.Mar.
AUFTRITT III.—Marzelline, Rokko, Jaquino,trägt Gartenwerkzeuge in Rokko’s Haus.Rok.Guten Tag, Marcelline! Ist Fidelio noch nicht rurückgekommen? Mar.Nein, Vater! Rok.Die Stunde naht, wo ich dem Gouverneur die Briefschaften bringen muss, die Fidelo abholen sollte. Ich erwarte ihn mit Ungeduld. [Es wird geklopft. Jaq.[hommt aus Rokkos Hause.] Ich komme schon! Ich komme schon! [Läuft um aufzuschliessen. Mar.Er wird gewiss so lange bei dem Schmiede haben worten müssen. [Sie hat während dessen Leonoren zur Thüre hereinkommen sehen.] Da ist er ja! Da ist er! SCENE III.—Marcellina, Rocco, Jacquino,carrying garden implements into Rocco’s House.Roc.Good day, Marcellina! Has Fidelio not yet returned? Mar.No, father! Roc.The hour is at hand when I ought to deliver to the Governor the packet of letters that Fidelio was to fetch. [Knocking. Jac.[Coming out of Rocco’s House.] Coming, coming! [Runs to unlock the door. Mar.Perhaps he has been obliged to wait at the smith’s. [In the mean time seeing Leonora at the door.] Why, here he is, here he is! AUFTRITT IV.—VorigeLeonore,a/sFidelio.Sie trägt ein Behältniss mit Lebensmitteln, auf dem Arme, Ketten, die sie beim Eintreten an dem Stübchen des Pförtners ablegt; an der Seite hängt ihr eine blecherne Blüchse an einer Schnur.Mar.[auf Leonore zulaufend.] Wie er belastet ist. Liebe Gott! Der Schweiss läuft ihm von der Stirne. [Sie nimmt ihr Sacktuch und versucht ihr das Gesicht abzutrocknen. Rok.Warte! warte! [Er hilft mit Marzellinen, ihr das Behältniss vom Rücken zu nehmen. Jaq.[bie Seite.] Es war auch wohl der Mühe werth, so schnell zu laufen, um den Patron da hereinzulassen. [Geht in sein Stübchen, kommt aber bald wieder heraus, macht den Beschäftigten, sucht aber eigentlich die Uebrigen zu beobachten Rok.Armer Fidelio,—diesmal hast du dir zu viel aufgeladen Leo.[vorgehend und sich das Gesicht abwischend.] Ich muss gestehen, ich ben ein wenig ermüdet. Rok.Wieviel kostet Alles zusammen? Leo.Zwölf Piaster ohngefähr. Hier ist die genaue Rechnung. Rok.[durchseiht die Rechnung.] Gut! brav! zum Wetter! Da giebt es Artikel, auf die man wenigstens das Doppelte profitiren kann. Du bist ein kluger Junge! [bei Seite.] Der Schelm giebt sich alle diese Mühe offenbar meiner Marzelline wegen Leo.Ich suche zu thun, was mir möglich ist. Rok.Ja, ja! Du bist brav! Ich habe dich aber auch mit jedem Tage lieber; und sey versichert, dein Lohn soll nicht ausbleiben. [Er wirft während der letztern Worte wechselnde Blicke auf Leonoren und Marzellinen Leo.[verlegen.] O glaubt nicht, dass ich meine Schuldigkeit nur des Lohnes wegen— Rok.Still! [mit Blicken wie vorher.] Meinst du ich kann dir nicht ins Herz schen? [Er scheint sich an der zunehmenden Verlegenheit Leonorens zu weiden und geht dann bei Seite, die Ketten zu besehen. Marzelline hat bei dem Lobe, sie mit immer steigender Bewegung hebevoll betrachtet. SCENE IV.—EnterLeonora,asFidelio.She carries a basket with provisions, and on her arm fetters, which she deposits on the ground. At her side a tin box hangs by a ribbon.Mar.[Running to Leonora] How he is laden! Good heavens! the perspiration streams from his forehead. [She tries, with her handkerchief, to dry Leonora’s face. Roc.Oh, stay, stay! [He helps, with Marcellina, to remove the basket from her back. Jac.[Aside.] It was worth the trouble, certainly, to run so quickly to let my gentleman in! [Goes into his Lodge, but soon comes out again; pretends to be busy, but is in fact watching the others. Roc.My poor Fidelio! this time thou hast somewhat overladen thy-elf. Leo.[Advancing, and wiping her face.] I must confess I am a little wearied. Roc.How much have these things cost? Leo.About twelve piastres; here is the account. Roc.[Looking through the account.] Good! capital! By all that’s good, here are articles by which we shall at least make cent per cent. [Aside.] The rogue plainly gives himself all this trouble on account of my Marcellina. Leo.I wish to do all I can. Roc.Yes, yes, thou’rt a good fellow! I like thee better and better, and be assured thou shalt meet thy reward. He casts, during the last words, alternate glances at Leonora and Marcellina. Leo.[Embarrassed.] Oh! believe not that I do my duty from interested motives Roc.[With glances as before.] Hush! think’st thou I cannot see into thy heart? [He appears to enjoy the increasing embarrassment of Leonora, and then goes aside to look at the fetters. Meanwhile Marcellina regards Leonora lovingly, and with increasing emotion..
![]() MIR IST SO WUNDERBAR—MY HEART AND HAND. Marcellina, Leorora, Rocco and Jacquino Jaq.
[Nach dem Canon geht Jaquino in seine Stube Zurück. Rok.Höre, Fidelio, wenn ich auch nicht weiss, wem du angehörst, so weiss ich doch, was ich thue; ich—ich mache dich zu meinem Tochtermann. Mar.Wirst du es bald thun, Vater? Rok.Ei, ei, wie eilfertig! [ernst.] Sobald der Gouverneur nach Sevilla gereis’t seyn wird, dann geb’ ich Euch zusammen: darauf könnt Ihr rechnen. Mar.Den Tag nach seiner Abreise? Das machst du recht vernünftig, lieber Vater. Leo.[Schon vorher sehr betreten, aber jetzt sich freudig stellend.] Den Tag nach seiner Arbreise? [Bei Seite.] O, welche neue Verlegenheit! Rok.Nun, meine Kinder, Ihr habt Euch doch herzlich lieb, nicht wahr?—Aber das ist noch nicht Alles was zu einer vegnügten Haushaltung gehört, man braucht auch— [Macht die Pantomime des Geldzählens. Jac.
[After this Canon Jacquino goes back to his house. Roc.Well, my good Fidelio, if I do not know who thou art, yet I know what I will do: I—I’ll make thee my son-in-law. Mar.Wilt thou?—Soon, my father? Roc.Oh, oh, what a hurry! As soon as the Governor has set out for Seville I will unite you; on that you may depend. Mar.The day after his departure, say you? Dear father, thou art quite right. Leo.[Much embarrassed, but soon assuming a joyful air.] The day after his departure? [Aside.] What new troubles have I to encounter? Roc.Now, my children, you love each other truly;—do I not see it? But love is not the only thing wanted to make housekeeping agreeable: there is also wanted— [Moving his hands as if counting money. Arie.
Air.
![]() WENN SICH NICHTS MIT NICHTS VERBINDET—NOTHING, IF YOU ADD TO NOTHING Air. Rocco. Leo.Ihr könnt das leicht sagen. Meister Rokko. Freilich giebt es noch etwas, was mir nicht minder kostbar seyn würde; aber mit Kummer sehe ich, dass ich es durch alle miene Bemühungen nicht erhalten werde. Rok.Und was wäre denn das? Leo.Euer Vertrauen. Verzeiht mir den Vorwurf, aber oft sehe ich Euch aus den unterirdischen Gewölben dieses Schlosses ganz ausser Athem und ermattet zurückkommen. Warum erlaubt Ihr mir nicht Euch dahin zu begleiten. Es wäre mir sehr lieb, wenn ich Euch bei Eurer Arbeit helfen und Eure Beschwerden theilen könnte. Rok.Du weisst doch, dass ich den strengtsten Befehl habe, Niemanden, wer’s auch sey, zu den Staats-Gefangenen zu lassen. Mar.Es sind ihrer aber gar zu viele in dieser Festung. Du arbeitest dich ja zu Tode, liebe Vater. Leo.Sie hat recht, Meister Rokko. Man soll allerdings seine Pflicht thun, [zärtlich] aber ist doch auch erlaubt, mein ich, zuweilen daran zu denken, wie man sich für die, welche uns angehören und lieben, ein Bischen schonen kann. [Sie ergreift seine Hand. Mar.[Rokkos andere Hand an die Brust drückend.] Man muss sich für seine Kinder zu erhalten suchen. Rok.[sieht Beide gerührt an.] Ja, Ihr abt recht! Diese schwere Arbeit würde mir doch endlich zu viel werden. Der Gouverneur ist zwar sehr streng; er muss mir aber doch erlauben, dich in die geheimen Kerker mit mir zu nehmen. [Leonora äussert eine heftige Geberde der Freude. Indessen giebst es ein Gewölbe, in das ich dich wohl nie werde einführen dürfen, obschon ich mich ganz auf dich verlassen kann. Mar.Verrumthlich wo der Gefangene sitzt, von dem du schon einigemal gesprochen hast, Vater. Rok.Du hast’s errathen. Leo.[forschend.] Ich glaube, es ist schon lange her, dass er gefangen ist? Rok.Es ist schon über zwei Jahr. Leo.[heftig.] Zwei Jahr, sagt Ihr? [Sich fassend.] Er muss ein grosser Verbrecher seyn. Rok.Oder er muss grosse Feinde haben: dieses kommt ohngefähr auf eins heraus. Mar.So hat man denn nie erfahren können, woher er ist und wie er heisst? Rok.O wie oft hat er mit mir von Alle dem sprechen wollen! Leo.Nun?— Rok.Für Unsereinen ist’s aber am besten, so wenig Geheimnisse, als möglich zu wissen. [Geheimnissvoll.] Nun, er wird mich nicht lange mehr quälen, es kann nicht mehr lange mit ihm dauern. Leo.[bei Seite.] Grosser Gott! Mar.O lieber Vater, führe Fidelio ja nicht zu ihm; diesen Anblick könnte er nicht ertragen. Leo.Warum denn nicht? Ich habe Muth und Stärke. Rok.[sie auf die Schulter klopfend.] Brav! mein Sohn! brav! Wenn ich dir erzählen wollte, wie ich anfangs in meinem Stande mit meinem Herzen zu kämpfen hatte,—und ich war doch ein ganz anderer Kerl als du, mit deiner feinen Haut und deinen weichen Händer Leo.It is right enough in you to say this, Master Rocco. But there is something else more precious in my esteem, which with sorrow I perceive all my exertions cannot gain. Roc.And what is that? Leo.Your confidence. Pardon me the reproach, but I often see you return quite out of breath from the subterranean vaults of the castle. Why do you not allow me to accompany you? It would be delightful to me if I could go with you, and share your toils. Roc.But thou knowest the strict orders imposed on me. I am not permitted to allow access to any one of the state prisoners. Mar.But there are far too many of them in this fortress. And, dear father, you will work yourself dead. Leo.She is right, Master Rocco. One must certainly do one’s duty, [tenderly,] but it is allowable, I believe, to spare oneself a little for those who belong to us and love us. [Grasping his hand. Mar.[Pressing Rocco’s other hand.] One must try, for the sake of one’s children. Roc.[Affected, looking at them both.] Well said, my children: this hard work is becoming over much for me. The Governor, it is true, is very strict; but he must allow me to take you with me into the secret dungeons. [Leonora manifests a lively expression of joy. There is one dungeon, however, Fidelio, into which I must not take you. Mar.Probably it is there the prisoner is confined of whom thou hast so often spoken, father? Roc.Thou hast guessed it. Leo.[Inquiringly.] I think he has been a long time imprisoned? Roc.Somewhat more than two years. Leo.[Impetuously.] Two years, do you say? [Collecting herself.] He must be a great criminal, then? Roc.Or—he must have great enemies: that amounts to the same thing. Mar.Is no one able to tell his name, or whence he comes? Roe.Oh! how often has he wished to speak with me of all that! Leo.Well? Roc.For people in our position, it is best to know as few secrets as possible. [Mysteriously.] However, he will not trouble me much more—he cannot last much longer. Leo.[Aside.] Great God! Mar.Do not take Fidelio to him, father dear: it is a sight he could not bear. Leo.Oh! fear me not. Doubt not my courage or my strength. Roc.[Tapping her on the shoulder.] Bravo! very fine! If I were to tell thee how I had to struggle with my heart in my early days, I should make thee weep; and I was quite a different fellow from thee, with thy soft skin and delicate hands. Terzetto.Rok.
Leo.
Mar.
Rok.
Leo.
Mar.
Alle drei.
Rok.
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Mar.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Mar.
Rok.
Mar.
Leo.
Rok.
Leo.
Mar.
Rok.
Leo.
Mar.
Rok.
Terzett.Roc.
Leo.
Mar.
Roc.
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Mar.
All.Yes, yes, love will sustain thee.me. Roc.
Leo.
Mar.
Roc.
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Roc.
Marsch.Rok.O, er kommt selbst hierher. [Zu Leonore.] Gieb sie, Fidelio. und dann entfernt Euch. [Leonore nimmt die an einem Bande hängende Blechbüchse, giebt sie Rokko, und geht dann mit Marcellinen in das Haus ab. March.Roc.Behold! he approaches. [To Leonora.] Give them to me, and depart. [Leonora gives the tin box to Rocco, and then goes with Marcellina into the house. AUFTRITT V.—Rokko, Pizarro,Offiziere, Wachen. Während des Marsches wird das Hauptthor durch Wachen von Aussen geöffaet. Offiziere mit einem Detachement treten ein, dann Pizarro. Das Hauptthor wird wieder geschlossen.Piz.[Zu dem Offizier.] Drei Mann Wache auf den Wall, sechs Mann Tag und Nacht an der Zugbrücke, eben so viel gegen den Garten zu; und Jedermann, der sich dem Graben nähert, werde sogleich vor mich gebracht. [Zu Rokko.] Rokko, ist etwas Neues vorgefallen? Rok.Nein, Herr! Piz.Wo sind die Despeschen? Rok.[nimmt Briefe aus der Blechbüchse.] Hier sind sie. Piz.[öffnet die Papiere und durchsieht sie.] Immer Emptehlungen und Vorwürfe. Wenn ich auf Alles das achten wollte, würde ich nie damit fertig werden. [Hält bei einem Briefe an.] Was seh’ ich? Mich dünkt, ich kenne diese Schrift. Lass sehen. [Er öffnet den Brief, geht weiter vor. Rokko und die Wachen ziehen sich zurück. Lies’t. “Iche gebe Ihnen Nachricht, dass der Minister in Erfahrung gebracht hat, dass die Staats-Gefängnisse denen Sie vorstehen, mehrere Opfer willkührlicher Gewalt enthalten. Er reis’t morgen ab, um Sie mit einer Untersuchung zu überiaschen. Seyn Sie auf Ihrer Huth, und suchen Sie sich sicher zu stellen.” [Betreten.] Ach, wenn er entdeckte, dass ich diesen Florestan in Ketten liegen habe, den er längst todt glaubt. Eine kühne That kann alle Besorgnisse zerstreuen. SCENE V.—Rocco, Pizarro,Officers, Guards.—During the March, the principal door is opened from without. Officers enter with a detachment of Troops, thenPizarro.The gate is shut again.Piz.[To the Officer.] Three guards on the wall, on the draw-bridge six, day and night, as many within the garden; and every one that approaches the trench, let him be brought before me. [To Rocco.] Has anything fresh occurred? Roc.No, signor. Piz.Where are the despatches? Roc.Here they are. [Takes letters out of the tin box. Piz.[Opens the papers, and looks through them.] More recommendations! more reproaches! were I to attend to these things, I should never be at rest. Ah! what do I see? methinks I know this hand—let’s see. [He opens the letter and advances. Rocco and the Guards recede.—Reads. “I give you information that the Minister has learned that the state prisons over which you preside contain several victims of arbitrary power. He sets out to-morrow to surprise you. Be on your guard, and endeavor to keep yourself right.” Ah! if he discover that I have this Florestan lying in chains, whom he thinks dead long since! A bold deed can—and shall—dissipate all my anxieties! Aria.
Die Wache.
Piz.Hauptmann! [Er führt den Hauptmann vor und spricht leise mit ihm.] Besteigen Sie mit einem Trompeter den Thurm; sehen Sie mit der grössten Achtsamkeit auf die Strasse von Sevilla; sobald Sie einen Wagen, von Reitern umgeben, gewahr werden, geben Sie augenblicklich ein Zeichen. Verstehen Sie? augenblicklich! Ich erwarte die grösste Pünktlichkeit; Sie haften mir mit Ihrem Kopfe dafur. [Hauptmann ab. [zur Wache.] Fort auf Eure Posten! [Die Wache geht. Rokko! Rok.Herr. Piz.[betrachtet ihn eine Weile aufmerksam, für sich.] Ich muss ihn zu gewinnen suchen; ohne seine Hülfe kann ich es nicht ausführen. Komm näher! Air.
Guards.
Piz.[To the Officer, speaking in a low voice.] Captain, take with you the trumpeter, and ascend the tower: there look out along the road to Seville. As soon as you see a cavalier with noble escort, give instantly a signal. Away! and mind your orders! Neglect them, and your head shall be the forfeit. [Exit Captain. Away! [To the guards.] Every one to his post. [Exeunt. Rocco! Roc.Signor. Piz.[Looking at him steadfastly for a short time.—Aside.] ’Tis useless to hesitate—without his aid I shall never accomplish my object. Rocco, come nearer. Duetto.
Rok.
Piz.
Rok.
Piz.
Rok. [erschrickt.]
Piz.
Rok.
Piz.
Rok.
Piz.
Rok.
Piz.
Rok.
Piz.
Rok.
Piz.
Duet.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
Roc. [Terrified.]
Piz.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
AUFTRITT VI.—Leonore,tritt in heftiger innerer Bewegung von der andern Seite auf, und sieht den Abgehenden mit steigender Unruhe nach.SCENE VI.—EnterLeonora,in violent agitation, from the side opposite to that on which Pizarro and Rocco have gone off, having overheard the intention of Pizarro.Recitativ.Leo.
Recitative.
![]() KOMM HOFFNUNG, LASS DEN LETZTEN STERN—OH HOPE, SWEET SOLACE. Leonora. Leo.
Leo.
AUFTRITT VII.—Marzellinekommt aus dem Hause,Jaquinoihr nach.Jaq.Aber Marcelline— Mar.Kein Wort, keine Sylbe! Ich will nichts mehr von deinen albernen Liebeseufzern hören, und dabei bleibts. Jaq.Wer das gesagt hätte, als ich mir vornahm, mich recht ordentlich in dich zu verlieben: da war ich der gute, der liebe Jaquino! aber dieser Fidelio— Mar.[rasch einfallend.] Ich läugne nicht, ich war dir gut; aber sieh—ich bin offenherzig—das war keine Liebe. Fidelio zieht mich weit mehr an; zwischen ihm und mir find’ ich eine viel grössere Uebereinstimmung. Jaq.Eine Uebereinstimmung mit einem solchen hergelaufenen Jungen, der, Gott weiss woher kommt; den der Vater aus blossem Mitleid am Thore dort aufgenommen hat, der—der— Mar.[ärgerlich.] Der arm und verlassen ist, und den ich dennoch heirathen werde. Jaq.Glaubst du, dass ich das leiden werde? He! dass es ja nicht in meiner Gegenwart geschieht; ich möchte Euch einen gewaltigen Streich spielen. SCENE VII.—Marcellinaenters from the House followed byJacquino.Jac.But, Marcellina! Mar.Not a word—silence! I do not wish to hear another word of your silly love-sighs and nonsense. Jac.Why did you not say as much when first I took it into my head to fall regularly in love with you? Then I had none of your rebuffs and snubbings;—then I was your dear Jacquino: But the moment this Fidelio— Mar.[Interrupting him.] Very true. I liked thee at first, or I fancied so—I may as well be frank and open with thee. But, since Fidelio has been among us, my mind has changed: for him I feel much more liking and sympathy. Jac.What! for a young vagabond who comes—God knows whence; and whom your father housed in charity; who—who— Mar.[Angrily.] Who is poor and deserted, and shall be my spouse, notwithstanding. Jac.And do you imagine that I will suffer it? No, no, believe me. If ever I catch you together, you shall see what I will do. AUFTRITT VIII.—Vorige,Rokko, Leonore, aus dem Garten.Rok.Was habt ihr Beide denn wieder zu zanken? Mar.Ach, Vater, er verfolgt mich immer! Rok.Warum denn? Mar.[zu Leonoren laufend.] Er will, dass ich ihn lieben, dass ich ihn heirathen soll? Jaq.Ja, ja, sie soll mich lieben, sie soll mich wenigstens heirathen, und ich— Rok.Stille!—Ich werde eine einzige gute Tochter haben, werde sie so gut gepflegt [streichelt Marzellinen am Kinn,] mit so viel Mühe bis in ihr sechszehntes Jahr erzogen haben, und das Alles für den Herrn da? [blicht lachend auf Jaquino.] Nein, Jaquino, mich beschäftigen jetzt andere klügere Dinge. Mar.Ich verstehe, Vater, [zärtlich leise.] Fidelio. Leo.Brechen wir davon ab. Rokko, ich ersuchte Euch schon einigemal, die armen Gefangenen die hier über der Erde wohnen, in unsern Festungsgarten zu lassen. Ihr verspracht und verschobt es immer. Heute ist das Wetter so schön. Der Gouverneur kommt um diese Zeit nicht hieher. Mar.O ja, ich bitte mit ihm! Rok.Kinder,—ohne Erlaubniss des Gouverneurs? Mar.Aber er sprach so lange mit Euch? Vielleicht sollt Ihr ihm einen Gefallen thun, und dann wird er’s so genau nicht nehmen. Rok.Einen Gefallen? Du hast Recht, Marzelline! Auf diese Gefahr kann ich’s wagen. Wohl denn. Jaquino und Fidelio öffnet die leichtern Gefängnisse. Ich aber gehe zu Pizarro und halte ihn auf, indem ich [gegen Marzelline,] für dein Bestes rede. Mar.[küsst ihm die Hand.] So recht, Vater! [Rokko geht ab. [Leonore und Jaquino schliessen die Gefängniss-thüren auf, ziehen sich dann mit Marzellinen in den Hintergrund, und beobachten mit Theilnahme die nach und nach auftretenden Gefangenen SCENE VIII.—EnterRoccoandLeonorafrom the Garden.Roc.What! are you two quarrelling again? Mar.Ah, father, he is always teasing me! Roc.What about? Mar.[Running to Leonora.] He wishes me to love him—to marry him! Jaq.Yes, signor; and if she will not love me, she shall at least marry me; and I— Roc.Hold your tongue, sirrah! Ah! think you I have brought up my only daughter [Patting Marcellina’s cheek,] with parental care, increasing with her years, till she has seen her sixteenth summer, for such a gentleman as you? Ha! ha! [Laughing at Jaquino.] No, Jaquino. But weighty matters now engage my mind. Mar.I understand, dear father. [Tenderly.] Fidelio! Leo.Enough of this. Rocco, often I have begged of you to allow the poor prisoners, in this dismal cell immured, to come and breathe the pure air of this garden. Though often promised, you have never yet done it. To-day the weather is so beautiful! The Governor never comes at this time of day. Mar.Oh yes, I too ask it. Roc.Without permission of the Governor? My dear children— Mar.But he was talking with you so long: perhaps he was asking a favor?—In that case, he could not be very particular. Roc.A favor? Well guessed, Marcellina. I think I may venture. Jacquino and Fidelio, you may undo the door. I’ll to Pizarro, and with conversation on your behalf, [sympathetically, to Marcellina,] occupy him. Mar.[Kisses his hand.] Oh, blessings on you, father dear! [Exit Rocco. [Leonora and Jacquino open the Prison-doors, then withdraw with Marcellina to the background, and watch with interest the Prisoners, as they gradually enter FINALE.—AUFTRITT IX.Chor—der Gefangenen.
Ein Gefangener.
Alle.
[Hier erschient ein Offizier auf dem Wall und entfernt sich wieder. Einer.
Alle.
[Ehe der Chor noch ganz geendet ist, erscheint Rokko im Hintergrunde dir Bühne und redet angelegentlich mit Leonoren. Die Gefangenen entfernen sich in den Garten. FINALE.—SCENE IX.Chorus—of Prisoners.
One of them.
All.
[Here an Officer appears on the wall, and again retires. Prisoner.
All.
[Before the Chorus has finished, Rocco appears in the background, and talks eagerly to Leonora. The Prisoners retire into the Garden. AUFTRITT X.—Rokko, Leonore.Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
SCENE X.—RoccoandLeonora.Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Duetto.Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Leo.
Rok.
Duet.Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
Leo.
Roc.
AUFTRITT XI.—MarzellineundJaquino (athemlos hereinstürzend) Vorige.Mar.
Rok.
Jaq.
Rok.
Mar.
Rok.
Leo.
Rok.
Jaq.
Mar.
Rok.
Mar.
Leo.
Rok.
SCENE XI.—The same—MarcellinaandJacquinorush in, out of breathMar.
Roc.
Jac.
Roc.
Mar.
Roc.
Leo.
Roc.
Jac.
Mar.
Roc.
Mar.
Leo.
Roc.
AUFTRITT XII.—Pizarro,zwei Offiziere, Wache, die Vorigen.Piz.
Rok. [verlegen.]
Piz.
Rok.
Piz. [leise.]
Die Gefangenen.
Piz.
Rok.
Leo. [zu den Gefangenen.]
Jaq. [zu den Gefangenen.]
Mar. [die Gefangenen betrachtend.]
ende des ersten aufzugs. SCENE XII.—EnterPizarro,two Officers, and Guards.Piz.
Roc.
Piz.
Roc.
Piz.
The Prisoners.
Piz.
Roc.
Leo. [To the Prisoners.]
Jac. [To the Prisoners.]
Mar. [Looking at the Prisoners.]
end of act i. |

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